Berichte

Grundschul-Neubau rückt näher

SCHüLER IN WERDORF BENöTIGEN MEHR PLATZ / UM ANFORDERUNGEN GERECHT ZU WERDEN, BRAUCHT ES EIN NEUES GEBäUDE

Von Timo König​​​​​​​ AßLAR-WERDORF. Von der Ortsmitte geht es in Richtung Süden. Die Rede ist von der Grundschule in Werdorf, die aller Voraussicht nach in den nächsten Jahren ihren Standort wechseln und wachsen wird.

Angrenzend an die Sporthalle in Richtung Berghausen soll das neue Grundschulgebäude hochgezogen werden, „um den Synergieeffekt zu nutzen“, wie es Frank Becker, Fachdienstleiter Personal und Soziales bei der Stadt Aßlar, bezeichnet. Wann die Schüler ihr neues Domizil am Ortsrand beziehen werden, steht noch in den Sternen.

Aber: Die Stadtverordneten haben in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig den Aufstellungsbeschluss gefasst, parallel dazu eine notwendige Änderung des Flächennutzungsplans auf den Weg gebracht und somit dem Lahn-Dill-Kreis den Ball zugespielt. Dieser ist als Schulträger für den Bau verantwortlich und übernimmt die Kosten. Die Stadt Aßlar schafft sozusagen die Rahmenbedingungen.

Die Notwendigkeit eines Neubaus in Werdorf ist seit Jahren bekannt. Das aktuelle Gebäude ist zu klein und kann nicht erweitert werden. Bedeutet: Etwa den Anforderungen des „Paktes für den Nachmittag“, ein Programm der Hessischen Landesregierung zur Schaffung eines verlässlichen Bildungs- und Betreuungsangebotes an Grundschulen und Grundstufen von Förderschulen, kann man in Werdorf definitiv nicht gerecht werden.

Auch mit Blick auf das Inkrafttreten des Ganztagsförderungsgesetzes – ab August 2026 haben zunächst alle Kinder des ersten Schuljahres einen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung – ist der Neubau nahezu unvermeidbar. „Die Grundschule platzt aus allen Nähten. Wir hoffen nun, dass der Lahn-Dill-Kreis zügig in die Planungen einsteigt“, sagt Jens Guckenbiehl (FWG).

Zwischen 100 und 125 Kinder gehen laut Frank Becker aktuell in Werdorf zur Schule. Bei der Betreuung nach dem Unterricht muss die Stadt Aßlar häufig improvisieren. „Die Schüler gehen etwa zum Essen zur Kita Pusteblume“, nennt Becker ein Beispiel. „Es fehlt vorne und hinten an Platz.“ Eine Prognose, wann die neue Grundschule ihre Türen öffnen könnte, wagt Becker nicht abzugeben. Nur so viel: „Wenn es schon im Jahr 2026 so weit sein sollte, würde uns das sehr überraschen.“

450 Kinder besuchen in Kernstadt den Unterricht

Perspektivisch könnte der Neubau in Werdorf auch für eine Entlastung der Grundschule in Aßlar sorgen. Rund 450 Kinder besuchen in der Kernstadt den Unterricht, sie ist die größte Grundschule im Lahn-Dill-Kreis. „Auch hier ist die äußerste Kapazitätsgrenze erreicht“, sagt Becker. Da verwundert es nicht, dass die kommunalen Entscheidungsträger darauf drängen, dass der Neubau möglichst schnell Form annimmt.

 

Quelle: Wetzlarer Neue Zeitung, 21.03.2024